An die Landtagsfraktionen
in Nordrhein-Westfalen
Einkommenskürzungen bei den Beamten und Wochenarbeitszeitverlängerung
Seit Anfang des Jahres kommen auf die Beamten immer
wieder neue Sparzwänge zu.
Beginnend mit der Kostendämpfungspauschale, der
Streichung des AZV-Tages, der geplanten Streichung des Urlaubsgeldes,
der Kürzung der Sonderzuwendung und zum vorläufigen Höhepunkt
die Verlängerung der Arbeitszeit.
Wir vertreten die Meinung, dass hier die Politik auf
Kosten der Beamten ihre Uneinigkeit in der Landesregierung auslebt.
Wissen die verantwortlichen Politiker, dass gerade
bei den Berufsfeuerwehren ca. 90% der Beamten in mittleren Dienst
sind?
Dass diese Kollegen sich in den Besoldungsgruppen A7 – A9
befinden?
Dass Beförderungsmöglichkeiten durch die hohe Verschuldung
der Gemeinden von Bezirksregierungen so stark eingeschränkt
werden, dass kaum noch eine ausgesprochen werden kann?
Dass die Aufgaben und Anforderungen stetig steigen?
Dass die hochmotivierten Kollegen resignieren und die Einsatzbereitschaft
immer weiter sinkt?
Sind den Verantwortlichen in der Landesregierung die Konsequenzen
bewusst?
Bei der Kostendämpfungspauschale gibt es, obwohl
sich das monatliche Einkommen durch eine größere Summe
unterscheidet, einen Betrag von den Besoldungsgruppen A7 –
A11 der ab dem 01. Januar 2003 auf 150 Euro erhöht wurde -50%ige
Erhöhung!!!-. Hier muss wohl eine Verbesserung in Bezug auf
die unteren Besoldungsgruppen vorgenommen werden.
Der AZV-Tag wurde schon im Januar 2003 mit der Verkündung
des Tarifergebnisses für die Arbeitnehmer im öffentlichen
Dienst auch bei den Beamten gestrichen. Bis zum heutigen Tag wurde
das Tarifergebnis nicht auf die Beamten übertragen und die
Landesregierung denkt über weitere zeitliche Verzögerungen
und die Streichung der Einmalzahlung nach.
Die Streichung des Urlaubsgeldes und die Kürzung
der Sonderzuwendung auf 50% verlangt gerade von den Beamten im mittleren
Dienst einen nichthinnehmbaren Beitrag zur Staatssanierung.
Die Bundesregierung verlangt auch vom Beamten sich fürs Alter
privat abzusichern. Beim Erwerb einer Wohnung / eines Hauses oder
Bau eines Hauses ist der Beamte in der unteren Besoldungsgruppe
auf sein Gehalt einschließlich des Urlaubsgeldes / der Sonderzuwendung
angewiesen. Sollte diese angedachte Streichung bzw. Kürzung
jetzt im Landtag beschlossen werden, ist diese vom Staat verlangte
Altersabsicherung nicht mehr möglich und der Beamte kann seinen
Zahlungsverpflichtungen sind nicht mehr nachkommen.
Der Beamte / die Beamtin müssten über eine Veräußerung
nachdenken.
Die Verlängerung der Arbeitszeit stellt gerade
für die Beamten im Einsatzdienst der Feuerwehr eine nicht verantwortbare
körperliche Belastung dar. Die Erhöhung auf 40Std. in
der Woche bedeutet die Streichung von 4 Freischichten. Gleichzeitig
würde dieses einen Personalabbau bedeuten. Natürlich kann
man auch so Personalkosten sparen, aber billig kann auch sehr teuer
werden!
In den letzten 10 Jahren sind die Einsatzzahlen um
ca. 70% gestiegen. Dieses geschah mit gleichem Personalstand. Aus-
und Fortbildung der Einsatzkräfte sowie Pflege und Wartung
des technischen Gerätes blieben dabei auf der Strecke. Die
Qualität wurde und wird immer schlechter. Dieses kann auch
nicht mit hochtechnisiertem Gerät ausgeglichen werden.
Jetzt soll die Arbeitszeit verlängert und die Einsätze
auf immer weniger, älter werdende Schultern verteilt werden.
Die schon niedrige Lebenserwartung eines Feuerwehrmannes/ einer
Feuerwehrfrau wird weiter sinken.
Darf man so mit Menschen umgehen, die mit für
die innere Sicherheit und Ordnung verantwortlich sind?
Einen Einsatz kann ich nicht wie eine Akte zur Seite
legen und am nächsten Tag bearbeiten. Hier müssen gemäß
Brandschutz- und Rettungsdienstbedarfsplan zum Schutz der Bürger
und Besucher unserer Städte die Einsatzkräfte in spätestens
8 min. an der jeweiligen Einsatzstelle sein. Vorgabe des Gesetzgebers!
Beim späteren Eintreffen können aus medizinischer Sicht
die lebensrettenden Sofortmaßnahmen nicht mehr erfolgreich
durchgeführt werden.
Wir, die Feuerwehrleute in Nordrhein Westfalen, fordern
die verantwortlichen Politiker auf mit Verantwortungsbewusstsein
die geplanten Entscheidung zu überdenken und eine sozialgerechte
Entscheidung zu treffen. Wir möchten auch weiterhin unsere
Kraft und Leistungsfähigkeit sowie Leben und Gesundheit in
den Dienst des Bürgers stellen. Dafür erwarten wir aber
auch eine unseren Leistungen entsprechende Bezahlung.
Günter Friedrich |
Thomas Schulte zur Hausen |
Michael Böcker |
-@ F.S-