Schaffung einer Sonderlaufbahn für Feuerwehrbeamte
Wer sich das Spektrum des Berufes „Feuerwehrmann“
ansieht, stellt schnell fest, daß es mit einer abgeschlossenen
Berufsausbildung und dem Feuerwehrgrundlehrgang noch lange nicht getan
ist.
Hier ein Beispiel für einen Brandmeister A7:
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• Abgeschlossene Berufsausbildung (meistens
Handwerk) (3,5 Jahre) • Grundlehrgang für den mittleren
feuerwehrtechnischen Dienst (18 Monate) • Strahlenschutzlehrgang
( 4 Wochen) • Rettungssanitäter ( 4 Wochen) |
Jetzt ist der FW-Beamte in der Lage am Einsatzdienst
teilzunehmen.
Es folgen in den nächsten Jahren weitere Ausbildungen:
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• Führerschein für die Klasse
2 (jetzt CE) (3,5 – 4 Monate) • Maschinist für
Lösch- und Rüstfahrzeuge (4 – 6 Wochen) •
Feuerwehrtaucher ( 2 Monate) • Rettungsassistent (5
Monate) |
Der FW-Beamte ist jetzt ca. 5 Jahre im Dienst und
in der Besoldungsgruppe A7!
Aber seine Ausbildung ist noch nicht zu Ende:
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• Maschinist für Drehleitern (6 Wochen)
• Leitstellenausbildung (4 - 5 Monate) • Atemschutzgerätewart
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Jetzt ist der FW – Beamte schon 10 und mehr
Jahre im Dienst und seine Qualifikation ist schon als recht hoch zu
bewerten aber er ist immer noch in der Besoldungsgruppe A7 an manchen
Standorten auch in A8. (ist aber die Ausnahme)
In diesen 10 Jahren musste er sich aber auch mit der Entwicklung der
neuen und komplizierter werdenden Fahrzeug- und Gerätetechnik
beschäftigen: Er hat an der Einsatzstelle keine Zeit über
deren Funktion nachzudenken, hier muss er es können.
Die Palette der Ausbildung reicht noch weiter:
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• Maschinist für Kranwagen •
Höhenretter • Weiterführende Lehrgänge
für Strahlenschutz • Desinfektor • Ausbilder
für den Rettungsdienst • Lehrtaucher •
Maschinistenausbilder • Lehrgänge für gefährliche
Stoffe und Güter • Ausbilder für Höhenretter
• Fahrschullehrer • Seminare zum Ausbilder für
Berufs- und freiwillige Feuerwehrmänner |
Und es gibt nicht wenige so hochqualifizierte Feuerwehrbeamte.
Aber selbst jetzt nach diesen Aus- und Fortbildungen und nach 20 und
mehr Dienstjahren wird der Feuerwehrbeamte mit gerade mal A8 besoldet
und die Weiterbildung geht bis zum letzten Dienstjahr.
FW-Beamte können mit einem Leistungsnachweis an einem BmdF- Lehrgang
am Institut der Feuerwehr teilnehmen und dort zum Gruppenführer
ausgebildet werden um schneller nach A8 und später auch nach
A9 befördert zu werden. Einige schaffen es auch noch in den Genuss
der Zulage zu kommen. Aber auf Grund der Tatsache, das nur 30% der
A9er Stellen Zulagenstellen sind gelingt es nicht allen.
Auch in der einsatzfreien Zeit sitzen Feuerwehrbeamte nicht herum
und spielen Karten, sie sind in ihren Abteilungen (Kfz- und Gerätewesen,
Kommunikations- und Elektrowesen, Vorbeugenden Brandschutz, Atemschutz
und Rettungswesen, Gebäubeerhaltung usw.) fest eingebunden und
verrichten hier einen 8 Std. Arbeitsdienst.
Wenn man einen Verwaltungsbeamten im mittleren Dienst zum Vergleich
nimmt, so hat dieser seine/ihre Ausbildung (z.B. Justizfachwirt) bei
der Stadt/ Land/ Bund gemacht und ist mit größter Wahrscheinlichkeit
ohne einen weiteren Leistungsnachweis oder einer zusätzlichen
Laufbahnprüfung schon lange in A9.
Er/sie arbeiten 8 Std. pro Tag bzw. 38,5Std. pro Woche während
Feuerwehrbeamte einen 24 Std. Dienst bzw. 54 Std. pro Woche verrichten.
Bei der Polizei hat man erkannt, das die erbrachte Leistung höher
besoldet werden muss und hat das Eingangsamt auf A9 des gehobenen
Dienstes angehoben.
Aus diesem Grund fordern wir eine leistungsgerechte Besoldung und
die Schaffung einer Sonderlaufbahn für Feuerwehrbeamte. Diese
sollte auch nicht eine zweigeteilte Laufbahn wie bei der Polizei werden,
sondern im mittleren Dienst anfangen.
Unsere Idee einer Feuerwehrbeamtenlaufbahn:
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• A7 Feuerwehrmann
• A8 Oberfeuerwehrmann nach ca. 3-8 Jahren je nach Qualifikation
• A9 Brandmeister nach 8-x Jahren je nach Qualifikation
oder mit bestandenem Leistungsnachweis für BmdF Lehrgang
• A10 Oberbrandmeister nach bestandenem BmdF Lehrgang
• A11 Hauptbrandmeister 2 Jahre nach A10
• ggf. Zulage für außergewöhnliche Tätigkeiten
• Mit dem gehobenen bzw. höherem Dienst ist gleich
zu verfahren. |
Nach dieser Aufstellung wäre es dann auch für den Nachwuchs
wieder interessant Feuerwehrbeamter zu werden, denn wenn die Laufbahn
bleibt wie sie jetzt ist und die geplanten Kürzungen eintreten,
kann man kaum davon ausgehen, noch geeignete Bewerber für unseren
Beruf zu finden.
-schuleck-