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Eindrücke eines Praktikanten zu unserer Situation


Wer hat früher nicht davon geträumt Feuerwehrmann zu werden, ich denke nicht viele.
Doch mit der Zeit vergehen diese Kinderträume, sich mit seiner ganzen Kraft dem Leib und Wohl des einzelnen Bürgers zu widmen.

Die Feuerwehrleute riskieren zu jeder Tag- und Nachtzeit ihr eigenes Leben, um ihnen völlig unbekannten Leuten zu helfen. Ob es nun ein Herzinfarkt bei Ihnen zu Hause oder ein Volltrunkener am Bahnhof ist. Das sind die täglichen Probleme mit denen sich ein Feuerwehrmann im Rettungsdienst beschäftigen muss. Und man sollte nicht denken, dass die Patienten einem immer dankbar sind, im Gegenteil, manchmal muss man aufpassen nicht zwischen die Fronten einer Gruppenschlägerei zu kommen oder von einem Volltrunkenen, der die Mitfahrt verweigert, angegriffen zu werden.

Aber das ist noch der harmlose Teil des Jobs. Die wahren Gefahren lauern erst bei der Brandbekämpfung, wenn man sein eigenes Leben riskiert, um Menschen aus brennenden Häusern zu retten oder zu verhindern, dass das Feuer auf benachbarte Häuser übergreift.
Aber das sind noch nicht alle Aufgaben der Feuerwehr.

Zusätzlich zu den Sparten Brandbekämpfung und Rettungsdienst gehört es ebenfalls mit Wasser vollgelaufene Keller leer zu pumpen, umgestürzte Bäume zu beseitigen, die Wasserrettung und Personen aus verunfallten Autos zu schneiden. Weiterhin fällt auch die undankbare Aufgabe Tote zu bergen in das Einsatzgebiet der Feuerwehr.


Und diese ganzen Aufgaben sind nicht immer befriedigend, da es trotz aller Bemühungen und
Engagement jedes Einzelnen nicht immer ausreicht Menschenleben zu retten.

Und wofür tun diese Männer das alles?
Für 6,60 Euro die Stunde !


Und weitere Kürzungen sind geplant. Pensionen werden schon seit Jahren gekürzt und Gehaltserhöhungen liegen deutlich unter der Inflationsrate.


Und trotz dieser Missstände erwartet jeder Bürger, dass, wenn er den Notruf wählt, kompetente Hilfe innerhalb von zehn Minuten kommt, dem er sein Hab und Gut und sogar sein Leben ohne auch nur den geringsten Zweifel anvertrauen kann. Und von dieser Situation kann sich niemand lossprechen, denn wer weiß schon was morgen ist? Komme ich heil zur Arbeit? Habe ich die Kaffeemaschine ausgemacht? Wer hat sich solche Fragen noch nicht gestellt? Vermutlich keiner. Denn niemand ist vor solchen Schicksalsschlägen sicher.


Deshalb ist meiner Meinung dieser Missstand nicht mehr tragbar. Der Einsatz, das Risiko und das Engagement steht in keiner Relation zur Bezahlung und zur Anerkennung die einem Feuerwehrmann gebührt.
Und wenn diesem Trend in naher Zukunft kein Einhalt geboten wird, können wir nur hoffen, dass so manches Kind den Traum, ein Feuerwehrmann zu sein, nie vergessen wird.

Sebastian Wolters

 


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Stand: März 2003 Version 2,6
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