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"Absolut keine Anerkennung"


13.12.2002 / LOKALAUSGABE / OBERHAUSEN


FEUERWEHR / Die Oberhausener Retter machen ihrer Wut in einem Brief an Schily Luft.

"Wir holen die Leute überall raus. Warum werden wir nicht entsprechend besoldet?" So brachte ein Feuerwehrmann gestern die Wut der Oberhausener Beamten auf den Punkt. Sie fühlen sich als "Sparschweine der Nation", 60 Prozent der 250 Feuerwehrleute dieser Stadt werden heute immer noch so bezahlt wie an ihrem ersten Arbeitstag, und jetzt sind Kürzungen beim Weihnachts- und Urlaubsgeld im Gespräch. "Ihr lasst uns im Stich" ist der Brief an Innenminister Otto Schily betitelt, den die Männer der Oberhausener Feuerwehr gestern nach hitziger Diskussion dem Bundestagsabgeordneten Wolfgang Grotthaus nach Berlin mitgaben.

Sie wollten gehört werden und hatten den Sozialdemokraten zum Gespräch geladen. Dem wollte Grotthaus sich gerne stellen - musste nur auch erklären, dass der Bund für die Besoldung der Feuerwehrleute nicht zuständig sei. Für die "Laufbahnverordnung" sei das Land verantwortlich.

"Laufbahn" ist kein gutes Thema unter den Männern, die in Oberhausen Brände löschen und Menschen retten. "A 7" heißt die Gehaltsstufe des öffentlichen Dienstes, auf der 135 der Beamten stehen, es ist das "Eingangsamt" für Feuerwehrleute - und bleibt für die in Oberhausen durchschnittlich 16 Jahre lang die Besoldung. 1669 Euro brutto sind das, rechnete Verdi-Geschäftsführerin Henrike Greven vor - für Menschen, die eine dreijährige Lehre absolviert haben, die dann 18 Monate Grundlehrgang hinter sich bringen, und von denen viele die sechsmonatige Ausbildung zum Rettungssanitäter machen.

Als Kommunalbeamte "völlig vergessen"


"Wir bekommen absolut keine Anerkennung", sprach Jörg Brandenburg für seine Kollegen, "wir als Kommunalbeamte werden völlig vergessen." Der 27-Jährige hat den Protest organisiert, weil sich fast alle seiner Kollegen über den Zustand ärgern - "aber keiner hat mal gesagt, wir müssen was tun". Wolfgang Grotthaus hat gesagt, er werde tun, was er kann: Der Politiker will ein Gespräch mit Verantwortlichen in Berlin organisieren.

MONIKA IDEMS

 
 
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Stand: März 2003 Version 2,6
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