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"Es brennt bei der Feuerwehr"


08.09.2003 / LOKALAUSGABE / OBERHAUSEN


BESUCH / FDP-Landtagsmitglied Horst Engel hat sich gestern die Sorgen der hiesigen Brandschützer angehört. Beförderungsstau und zu wenig Beachtung sorgen für "katastrophale Stimmung".
Die Stimmung sei katastrophal, so das einstimmige Urteil der Feuerwehrleute, die sich gestern zum Pressegespräch nach Horst Engels Besuch bei der Oberhausener Berufsfeuerwehr im Haus Union versammelt hatten. Das FDP-Mitglied des NRW-Landtags habe sich vor Ort ein Bild von dem machen wollen, was ihm von den Oberhausener Brandschützern bei einer Demonstration vor dem Landtag bisher nur zu Ohren gekommen war. "Es brennt bei der Feuerwehr", so auch sein Urteil nach dem Besuch.

"Wir sind alle gerne Feuerwehrleute", betonte beispielsweise Jörg Brandenburg, und sein Kollege Michael Böcker ergänzt: "Das ist eine Berufung und nicht nur ein Job." Doch die Feuerwehrleute vermissen die entsprechende Wertschätzung ihrer Arbeit, fühlen sich schlicht im Stich gelassen: 60 Beamte steckten im Beförderungsstau, würden auf ihre Beförderung in die nächste Besoldungsstufe warten. Die Warte zeit betrage bis zu 25 Jahren. Und so leide auch die Motivation: Seien die Brandschützer früher auch mit leichten Erkrankungen zum Dienst erschienen, blieben sie heute Zuhause.

Drohende Kürzungen liegen schwer im Magen

Besonders die Öffnungsklausel der Landesregierung und die damit drohende Kürzung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld liege den Beamten schwer im Magen, habe Engel festgestellt. Gerade in den unteren Besoldungsgruppen würde sich das deutlich auswirken. Manche wären am Ende des Jahres nicht in der Lage, ihr Minus auf dem Konto auszugleichen oder eine defekte Waschmaschine zu ersetzen.

Und sollte die Verlängerung der Beamten-Arbeitszeit auf 41 Stunden Realität werden, könnte es das Fass zum Überlaufen bringen. "Dann wollen wir auch nur noch 41 Stunden arbeiten, nicht mehr 56 wie jetzt", so Brandenburg. Momentan würde die Mehrarbeit durch Freischichten ausgeglichen, ein Großteil dieser Freischichten fielen bei einer Arbeitszeitverlängerung weg, fürchten die Feuerwehrleute. Dann müssten allerdings rund 60 zusätzliche Kräfte eingestellt werden, um die Einsatzbereitschaft zu sichern.

Das Argument des sicheren Arbeitsplatzes können und wollen die Beamten auch nicht mehr hören: "Sklaven hatten früher auch einen sicheren Arbeitsplatz", meint etwa Brandenburg, der sich wünscht, dass Oberbürgermeister Burkhard Drescher "für uns einsteht, und nicht nur Visionen für andere Sachen hat." Feuerwehr müsse Chefsache sein, denkt auch der FDP-Politiker und regt einen Feuerwehrbeirat für Oberhausen an, in dem es einzig und allein um die Belange der Brandschützer gehe und der nicht ein Anhängsel im Umweltausschuss sein sollte.

Als Alarmsignal wertete Engel die Überlegungen der Feuerwehrleute, ihre Funknotmelder zurückzugeben, mit denen so genannte Freischichtler bei Bedarf zu freiwilligen Einsätzen gerufen werden. In Wuppertal sei das aus Protest schon geschehen. "Und das wäre schon eine Verschlechterung der Sicherheitslage", räumt Brandenburg ein, die bisher trotz einer Steigerung von 20 000 auf 34 000 Einsätze in den vergangenen zehn Jahren bei gleichbleibender Personalstärke von 257 Kräften nicht eingetreten sei.

Der FDP-Politiker verließ die Feuerwehrleute dann mit dem Versprechen, sich für sie einzusetzen und im Landtag gegen entsprechende Gesetzesvorlagen zu stimmen.

DANIEL ZAPARANIUK

 

 
 
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Stand: März 2003 Version 2,6
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