"Unbefriedigende Situation"
FINANZEN / Staatssekretär Körper besucht verärgerte
Berufsfeuerwehr.Die kündigt Streichung aller bislang freiwillig
erbrachten Leistungen an.
In Berlin hatten Oberhausener Feuerwehrleute Staatssekretär
Fritz Rudolf Körper im Innenministerium die Situation der
Kollegen vor Ort geschildert, denen bei zunehmender Einsatzdichte
Aufstiegsmöglichkeiten nach einer speziellen Feuerwehrlaufbahn
versagt blieben.
Die seinerzeit ausgesprochene Einladung, sich in Oberhausen
ein genaueres Bild zu machen, nahm der Staatssekretär an.
Gestern besuchte er gemeinsam mit Wolfgang Grotthaus (SPD-MdB)
und dem für die Feuerwehr zuständigen Dezernenten
Dirk Buttler das Katastrophenschutzzentrum an der Brücktorstraße.
"Unbefriedigend" sei die Situation, daran ließen
die Wehrmänner und ihr Chef Wolfgang Tingler keinen Zweifel.
Angesichts des vorliegenden Sparkataloges für den Öffentlichen
Dienst, der in Nordrhein-Westfalen eine Arbeitszeitverlängerung
von 38,5 auf 41 Wochenstunden einschließen soll, reagierten
die Wehrmänner sauer.
Michael Böcker: "Die Leute sind es satt." Freiwillige
Leistungen, die sie während ihrer Dienstzeit und auch außerhalb
erbracht hätten, würde es fortan nicht mehr geben.
Diesen Leistungen (z. B. die Unterhaltung der eigenen Gebäude)
mit einem Volumen von 100 000 Euro stünden einer Forderung
der Wehrleute von vielleicht 20 000 Euro gegenüber - ein
schlechtes "Geschäft" für Oberhausen und
Anlass für Dirk Buttler, darauf hinzuweisen, dass die Stadtspitze
sich derzeit darauf konzentriere, den gesamten Konzern Stadt
auf Kurs zu halten.
Was die Wehrleute besonders auf die Palme bringt: Ab 2007 soll
die Erschwernis-Zulage nicht mehr bei der Pension berücksichtigt
werden und ab 2010 auch die für ungünstige Arbeitszeiten.
01.10.2003 VOLKER STROMMENGER
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