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Ab sofort weniger Geld für Beamte


20.11.2003 / HINTERGRUND / MANTEL


NRW / Landtag beschließt Kürzungen beim Weihnachts- und Urlaubsgeld. Die Maßnahmen sind bis 2005 befristet. Wieder Proteste in Düsseldorf.
DÜSSELDORF. Vor dem Landtag demonstrierten Beamte und Gewerkschaften gegen "sozialen Kahlschlag", während im Parlament die Sparmaßnahmen im öffentlichen Dienst beschlossen wurden. In dritter Lesung setzte die rot-grüne Mehrheit gestern die Gesetzesänderung durch, mit der das Weihnachts- und Urlaubsgeld für Beamte gekürzt wird. Damit will die Landesregierung noch in diesem Jahr 382 Millionen Euro und im kommenden Jahr 431 Millionen Euro einsparen.

Die Neuregelung "greift" sofort. Beim Weihnachtsgeld wurde eine soziale Staffelung eingebaut. Sie sieht vor, dass die Zahlung auf 70 Prozent eines Monatsgehalts reduziert wird, in den höheren Besoldungsgruppen sogar auf 50 %. Für die untere Gruppe bleibt es wie bisher bei 84 %. Die Kürzungen will die Koalition zunächst bis einschließlich 2005 befristen. Das Urlaubsgeld wird ab dem kommenden Jahr komplett gestrichen.

Gegen die Einschnitte hatten Tausende von Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes in Düsseldorf protestiert. Die Opposition richtete gestern scharfe Angriffe auf SPD und Grüne. Die Kürzungen seien unsozial, "kaltschnäuzig" und außerdem verfassungswidrig. Redner der Koalitionsfraktionen verteidigten den Beschluss. Er sei zwar schmerzlich, vor dem Hintergrund der schlechten Finanzlage allerdings unvermeidlich.

FDP-Fraktionschef Ingo Wolf forderte Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD) auf, das Weihnachtsgeld für seine Minister komplett zu streichen. "Das wäre sozial gerecht", sagte er. Gegenwind kommt von den Grünen. Wolf gebe sich im Landtag als "Robin Hood" und "Retter der Geringverdienenden", hieß es. Der Kreisverband Euskirchen rechnete vor, Wolf komme mit zusätzlich zwei Diäten als Fraktionschef, der steuerfreien Aufwandpauschale, seiner Pension als Ex-Oberkreisdirektor in Euskirchen und Bezügen als Fraktionsvorsitzender im Kreistag auf Einkünfte von rund 19 000 Euro im Monat. Ein Sprecher Wolfs wollte dazu nicht Stellung nehmen. (NRZ)

THEO SCHUMACHER

 





 
 
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Stand: März 2003 Version 2,6
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