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NRW ist keine Insel


20.11.2003 / KOMMENTAR / MANTEL


Für Staatsdiener fällt die Bescherung in diesem Jahr mager aus. Mit ihrem gestrigen Beschluss setzte die rot-grüne Koalition im Landtag um, was seit Monaten die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes auf die Barrikaden treibt: das Urlaubsgeld für Beamte wird gestrichen und - was sie härter trifft - ihr Weihnachtsgeld gekürzt.

Die politischen Nachwirkungen sind nicht abzusehen. In NRW nahen wichtige Wahljahre.

Die Frage ist müßig, ob die Einschnitte "gerecht" sind. Wie gerecht kann es zugehen, wenn blanke Not das Handeln diktiert? Dass der öffentliche Dienst, dessen Personal- und Pensionskosten die Haushalte fast erdrücken, einen deutlichen Sparbeitrag leisten muss, ist unbestreitbar, und wenn die Opposition die Kürzungen "kaltschnäuzig" findet, entspricht das auch der üblichen Reflexpolitik.

Mehr Erkenntnisgewinn verspricht der Blick nach Bayern oder Hessen, wo Edmund Stoiber und Roland Koch für die Zumutungen zuständig sind - und sie durchsetzen, weil auch sie keine Alternative haben. NRW ist keine Insel.
Die Koalition hat die Kürzungen auf drei Jahre befristet. Dann sollen sie überprüft werden. Vor Optimismus muss man warnen. Die Aussicht, dass sich die Landesfinanzen bis 2005 erholen, ist etwa so groß wie die Rücklage in Dieckmanns Kasse.

THEO SCHUMACHER

(fp)

 





 
 
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Stand: März 2003 Version 2,6
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