Tarifstreit: Feuerwehr sieht rot
WAZ/14.12.2002 / LOKALAUSGABE / OBERHAUSEN
Tarifstreit: Feuerwehr sieht rot
Hitzige Debatte mit MdB Grotthaus (SPD) - Delegation fährt
nach Berlin
Von Elmar Venohr
"Das Maß ist voll. Das Ende der Fahnenstange ist
erreicht." Eine Nullrunde wollen die Beamten der Oberhausener
Feuerwehr nicht hinnehmen. Bei einer Diskussion mit MdB Wolfgang
Grotthaus in der Hauptwache ging's gestern hoch her.
Rund 150 Betroffene waren in den Versammlungsraum im Katastrophenschutz-Zentrum
gekommen, um ihre Forderungen zu unterstreichen. Motto: "Wir
werden lautstark dafür sorgen, dass man uns endlich zur
Kenntnis nimmt." Wolfgang Grotthaus hörte sich die
Sorgen an: schlechte Bezahlung bei guter Ausbildung, ohne Ende
Arbeit und kaum Beförderungschancen. "Ich kann ihre
Situation verstehen. Ich weiß als Bundespolitiker aber
nicht, wie ich das finanzieren soll", so Grotthaus.
Nach teils heftiger Debatte gab's am Ende ein Ergebnis: Wolfgang
Grotthaus lud eine Delegation der Oberhausener Feuerwehr nach
Berlin ein, um dort mit Staatssekretärin Vogt vom Innenministerium
über die Probleme zu diskutieren. Feuerwehr-Chef Wolfgang
Tingler: "Wir nehmen das Angebot dankend an." Immer
wieder hatte Grotthaus in der Diskussion auch darauf verwiesen,
dass er als Bundespolitiker nur bedingt Einfluss auf die
Besoldung der Beamten habe, verwies auch auf die Landespolitik.
So nahmen sich die Oberhausener Floriansjünger fest vor,
in Kürze die Landespolitiker zur Diskussion zu bitten.
Für die kommende Woche haben die Oberhausener Beamten
weitere Protestaktionen im Rahmen ihrer Möglichkeiten angekündigt.
Henrike Greven, Bezirksgeschäftsführerin der Gewerkschaft
Verdi, unterstützt die Proteste: "So lange die Deutsche
Bank und Daimler in diesem Lande keine Steuern zahlen, darf
der öffentliche Dienst nicht das Sparschwein der Nation
sein."
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