MdL erhält Feuer von der Wehr
20.12.2002 / LOKALAUSGABE / OBERHAUSEN
MdL erhält Feuer von der Wehr
Wolfgang Große Brömer kommt und geht mit leeren
Händen - Gehaltsforderung
Aber hallo! Normalerweise löschen sie Brände, aber
gestern Vormittag machten über 150 Feuerwehrleute aus Oberhausen,
Mülheim und Bottrop dem hiesigen SPD-Landtagsabgeordneten
Wolfgang Große Brömer ganz schon Feuer unterm Hintern.
Grund: Die Männer wollen mehr Geld
für ihre Leistungen und keine Abzüge.
"Arbeitszeit 240 Stunden im Monat, Lebenserwartung 61,5
Jahre und 6,60 Euro Netto-Stundenlohn" - so sieht der einfache
A-7-Feuerwehrmann seine derzeitige Situation.
Rund 60 % von ihnen gehören dieser untersten Besoldungsstufe
an. Dreimal wurden in den letzten Jahren die Pensionen gekürzt,
Jetzt und schon vorher standen und stehen Kürzungen beim
Urlausbs-, Weihnachtsgeld, Zuschüssen und Zulagenleistungen
an. Von 10 % ist die Rede. Die Feuerwehrleute hingegen wollen
endlich mehr Geld, und zwar nicht weniger als 3 %!
Schon vor einer Woche hatten sie mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten
Wolfgang Grotthaus über ihre Forderungen gesprochen, aber
dieser verwies darauf, dass für sie die Kommune zuständig
sei. Angesichts der leeren Bundeskassen in Berlin versprach
er dennoch, dieses Problem bei seinen Parteifreunden in der
Bundeshauptstadt vorzutragen.
In einer nicht anderen Lage befand sich gestern auch der Landtagsabgeordnete
Wolfgang Große Brömer. Weder das Land NRW noch die
Stadt Oberhausen verfüge bei bestem Willen über das
Geld, mit dem man die Gehälter der Feuerwehrleute aufstocken
könne. Der Stadt seien vom Regierungspräsidenten für
den nächsten Haushalt ganze 16,5 Mio Euro für weitere
Kredite erlaubt worden, um das Nötigste regeln zu können.
Auf Grund der hohen Zinsbelastungen seien bittere Einschnitte
nicht nur für die Bevölkerung, sondern auch für
den öffentlichen Dienst nötig. Auf
Landesebene sehe es halt nicht anders aus. Nur eine 1-prozentige
Lohnerhöhung schlage mit 1 Mio Euro im Etat zu Buche. Er
fragte, wie er auf so einer Basis eine Lösung finden solle?
Er sei nicht der Mann, der jetzt mit Schecks herumwedeln könne.
Das wollten die Leute nicht hören. Sie sehen, dass "unnütze"
Ausgaben andernorts erfolgen.
Auf ihre berufliche Motivation hin angesprochen, ließen
sie den Politiker voll vor die Pumpe laufen. Kein anderer sei
mehr motiviert als ein Feuerwehrmann. Er bezahle nicht nur Lehrgänge
z. T. selber, versehe 24-Stunden-Dienste, habe mehrere Berufsausbildungen
und vieles mehr, sondern er werde dafür schlechter als
jeder "freie" Arbeitnehmer, Polizist, Werksfeuerwehrmann
etc. bezahlt. Als der Landtagsabgeordnete daraufhin meinte,
"dann machen Sie das doch", rief man ihm zu, "Sie
sind der falsche Mann am falschen Ort. Wenn Sie kein Rezept
haben, gehen Sie nach Hause." Es nutzte auch nichts mehr,
als einer der Leute auf die Gesetzesvorschrift verwies, wonach
ein Beamter entsprechend seiner Leistung bezahlt werden muss.
Wer mehr arbeitet, müsse auch mehr Geld bekommen.
hesto
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