Feuerwehrleute baumeln neben der Kirchturmuhr
23.12.2002 / LOKALAUSGABE / OBERHAUSEN
Feuerwehrleute baumeln neben der Kirchturmuhr
Wehr macht spektakulär auf Tarifsituation aufmerksam
Von Silke Brünger
Feuerwehrmänner baumeln in schwindelerregender Höhe
vom Kirchturm: Der St.-Clement-Wochenmarkt wurde am Samstagvormittag
Ort einer ungewöhnlichen Protestaktion.
Die Oberhausener Feuerwehr sieht rot: "Wir wollen die
Bürger mit dieser Aktion darauf aufmerksam machen, dass
die Feuerwehrmänner eben nicht die gut verdienenden Beamten
sind", bekräftigte Hauptbrandmeister Thomas Schulte
zur Hausen. Bei ihren Einsätzen riskieren Feuerwehrbeamte
zu jeder Tages- und Nachtzeit ihre Gesundheit und ihr Leben
für die Bürger der Stadt. "Wir fordern endlich
eine leistungsgerechte Bezahlung und wehren uns gegen Pensionskürzungen",
so der
Hauptbrandmeister.
Dabei denke die Berufsfeuerwehr nicht über Streik nach:
"Die Sicherheit der Oberhausener
Bürger liegt uns am Herzen", erklärte Feuerwehrmann
Walter Witzke. Aber die Feuerwehr wolle die Bürger realistisch
über ihren Alltag informieren: "In den letzen Jahren
hat sich, beispielsweise durch das CentrO, die Zahl der Einsätze
wesentlich erhöht, so dass wir mehr Leute statt weniger
benötigen würden", zeigt der Feuerwehrmann ein
Problemfeld auf.
Problematisch seien außerdem die wenigen Stellen im
Innendienst: Ab einem Alter von 50 Jahren werden die Beamten
der Wehr regelmäßig ärztlich untersucht und
bei Kürzung der Pensionen in den Ruhestand versetzt, sollten
sie nicht mehr diensttauglich sein. "Aber sollen 56-jährige
Beamte etwa solche Arbeit machen?", fragte sich Walter
Witzke und zeigte auf die Höhenretter, die vom Kirchturm
hingen.
Die Berufsfeuerwehr wird in der nächsten Zeit in Oberhausen
anders als gewohnt präsent sein:
"Wir hören nicht auf, uns zu wehren. Wir gehen verstärkt
auf die Straße und sind auf der Straße", schloss
der Feuerwehrmann.
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