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Kameras richten sich auf Probleme der Wehr

08.02.2003 / LOKALAUSGABE / OBERHAUSEN


Kameras richten sich auf Probleme der Wehr

WDR war gestern Abend zu Gast in der Feuerwache


Die Zeiten von Pickelhaube und Schlauch, Pferd und Wagen sind vorbei. Längst ist die Feuerwehr hochtechnisiert und spezialisiert.
Wie das im Alltag aussieht und vor welchen Problemen die Beamten der Wehr stehen, war gestern Thema eines WDR-Fernsehberichts, zu dem ein Kamerateam an die Brücktorstraße gereist war.

Hintergrund der Aktion war die Diskussion um die Tarifpolitik (die WAZ berichtete mehrfach). Peter Lindemann, Brandoberamtsrat und seit vielen Jahren bei der Oberhausener Feuerwehr, nennt Zahlen: "Die Berufsfeuerwehr beschäftigt heute 233 Beamte, sie haben im Jahr 2001 insgesamt 36 199 Einsätze bewältigt, die Einsatzzahlen steigen jährlich." Den kleinsten Anteil daran hat die Bekämpfung des Feuers (538), 779 mal waren Hilfeleistungen gefragt (Menschen aus Autowracks befreien,
Ölspuren abstreuen). Der mit Abstand höchste Anteil liegt beim Rettungs- und Notarztdienst.
"Da ist der alte Mitbürger, der regelmäßig zur Klinik gebracht werden muss. Da ist das Kind, das sich den Arm bricht. Da ist der Geruch von verbranntem Gummi und Kunststoff bei einem Unfall, bei dem ein junger Mensch getötet wurde. Da ist aber auch viel zu oft die hilflose Person, die alkoholisiert oder im Drogenrausch von der Straße geholt werden muss - die Kehrseite der Großstadt", so Lindemann.
Der Berufsfeuerwehrmann muss als Rettungsassistent den Umgang mit Intubationsbesteck ebenso beherrschen wie mit dem Atemschutzgerät. Er ist Kraftfahrer, Taucher und Höhenretter, Spezialist für
Umweltschutz, dichtet Leckagen an Tankwagen ab, sucht nach der Ursache von Gasgerüchen.
"Aber die Feuerwehr ist kein Abenteuerspielplatz. Wir sind ein Team von kompetenten, leistungsfähigen Mitarbeitern, die durch solide Ausbildung ihr Handwerk gelernt haben", betont Lindemann, der auch die aktuellen Probleme benennt. Normalerweise sollte ein Löschzug mit 16 Feuerwehrleuten besetzt sein, die Realität sieht auf Grund des konstanten Personalabbaus anders aus. Hinzu kommt, dass 60 Prozent der Feuerwehrleute der unteren Besoldungsgruppe angehören und bei 240 Stunden im Monat rund 6,60 Euro/Stunde erhalten. Und doch: "Es gibt natürlich auch die schönen Momente, wenn man Mitmenschen helfen konnte, ihnen vielleicht sogar das Leben gerettet hat", so Peter Lindemann. Kn

 

 
 
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Stand: März 2003 Version 2,6
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