Feuerwehrmänner spüren finanziellen "Schlag
ins Gesicht"
22.02.2003 / LOKALAUSGABE / OBERHAUSEN
Feuerwehrmänner spüren finanziellen "Schlag ins
Gesicht"
Sehr viele Risiken und wenig Freizeit bei 6,60 Euro pro Stunde
Von Dennis Matthias
Die Berufsfeuerwehr Oberhausen will sich die ständigen
finanziellen Kürzungen endgültig nicht mehr gefallen
lassen. "Die Politiker sollen endlich erkennen, dass man
uns nicht abspeisen kann", äußert Michael Böcker,
ein 51-jähriger Feuerwehrmann, entschlossen.
Deshalb verwandelte sich gestern der Wappenplatz Osterfeld
im Rahmen einer Informationsveranstaltung zu einem Schauplatz
der Feuerwehr. Beamte in voller Montur informieren die Bürgen
über die geplanten Kürzungen im öffentlichen
Dienst, die für die Veranstalter einem Schlag ins Gesicht"
gleichkommen.
"54 Prozent von uns sind in einer niedrigen Versorgungsgruppe.
Pensionskürzungen bei vorzeitigem Ruhestand durch Erkrankung
stehen auch vor der Türe. Zudem ist die Selbstbeteiligung
im Krankheitsfall sehr hoch", bemängelt Böcker.
Er würde sich wünschen, dass sich die Bezahlung der
Feuerwehrleute endlich verbessert. Nur so könne man junge
Leute motivieren, in diesen riskanten Beruf einzusteigen.
In der Tat sind die Aufgaben der Berufsfeuerwehr nicht leicht.
Der Job bringt eine hohe körperliche Belastung mit sich.
Die Schutzausrüstung und das Atemschutzgerät wiegen
zusammen bereits 30 kg, während der Einsätze in zum
Teil extremer Hitze kann es zu erheblichen Herzbelastungen kommen.
Die durchschnittliche Lebenserwartung für Feuerwehrleute
liegt um rund acht Jahre niedriger als normal. Die Grundausbildung
dauert 18 Monate, 84 Monate Ausbildung sind zur multifunktionalen
Fachkraft (zum Sanitäter, Rettungstaucher usw.) nötig.
Einige der Fortbildungsmaßnahmen müssen in der Freizeit
absolviert werden. Das gesellschaftliche Leben eines Feuerwehrbeamten
sei stark eingeschränkt, betonen die Wehrleute. Der Dienstplan
kenne kein Weihnachten, Silvester oder Ostern. Ein normales
Familienleben sei so kaum möglich.
Und all das bei einem Netto-Stundenlohn in Höhe von 6,60
Euro. Für die Berufsfeuerwehr Oberhausen steht fest: "Wer
bei Feuerwehr und Polizei spart, bringt den Bürger um seine
Sicherheit."
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