Bei Wehr droht Motivationstief
09.05.2003 / LOKALAUSGABE / OBERHAUSEN
Bei Wehr droht Motivationstief
Schmachtendorf: Brandschützer informieren Bürger
über Probleme
Von Astrid Knümann
Der strahlende Sonnenschein über dem Schmachtendorfer Marktplatz
stand in krassem Gegensatz zu den eher trüben Mienen der
Feuerwehrleute, die gestern mit einigen Fahrzeugen zum Marktplatz
gekommen waren, um auch im Norden der Stadt die Menschen über
ihre Sorgen zu informieren.
Seit einigen Monaten gärt es an der Tariffront - auch
bei den Beamten der Feuerwehr (die WAZ berichtete mehrfach).
Bereits beschlossene und noch vorgesehene Kürzungen auch
in ihrem Bereich machen ihre Aufgabe immer schwerer, so die
Leute der Wehr.
Michael Böcker, Mitglied des Personalrats der Feuerwehr,
machte klar: "Es wird immer schwieriger, die Leute zu motivieren,
es gibt bereits Abwanderungsgedanken bei einigen." Doch
Alternativen sind rar gesät, obwohl die meisten Feuerwehrleute
gleich mehrfach qualifiziert sind. Das Problem ist, so Böcker,
dass die Zahl der Einsätze immer weiter steigt - bei gleichbleibender
Personaldecke: "Früher hatten wir viel mehr Zeit für
Weiterbildung und Übungen. Heute bleibt das immer mehr
auf der Strecke, ebenso wie die Wartung der Fahrzeuge."
Die Brandschützer, die allerdings rund 90 Prozent ihrer
Einsätze im Rettungseinsatz unterwegs sind, wissen, dass
die wesentlichen Entscheidungen andernorts fallen, doch hoffen
sie darauf, dass in Absprache mit der Oberhausener Politik die
Dinge, die vor Ort anstehen, zu ihren Gunsten entschieden werden.
"Manchmal hören wir, ihr habt doch sichere Jobs und
große Vorteile in der Krankenversorgung", so Böcker,
"zum einen liegt mein Krankenkassenbeitrag beispielsweise
bei rund 14 Prozent, und allein vom sicheren Job wird die Familie
nicht satt".
Böcker wird am 21. Mai nach München reisen, um mit
dem dortigen Feuerwehr-Personalrat über die aktuellen Probleme
zu sprechen und möglicherweise ein paar Anregungen im Gepäck
mit nach Oberhausen zurückzubringen.
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