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Bei der Feuerwehr herrscht "Katastrophenstimmung"

08.09.2003 / LOKALAUSGABE / OBERHAUSEN

Bei der Feuerwehr herrscht "Katastrophenstimmung"


Oberhausens Feuerwehr protestiert gegen beamtenrechtliche Veränderungen. Das ist nicht neu. Doch jetzt will sie auch "deutliche Verschlechterungen der Sicherheit" durch ihre Aktionen nicht länger ausschließen.

Nach den Wuppertaler Kameraden überlegen nun auch die Brandschützer von der Brücktorstraße, ihre Funkmelde-Empfänger beim Bürgermeister abzugeben. Bisher gewährleisten diese Geräte eine schnelle Nachalarmierung, wenn die Feuerwehr mehr Einsatzkräfte braucht als auf dem Hof verfügbar sind. Mit dem Funkmelde-Empfänger können Kameraden aus dem heimischen Wohnzimmer zum Einsatz gerufen werden - "eine freiwillige Leistung, die wir bisher gerne erbracht haben", sagt Feuerwehrmann Georg Brandenburg. Doch jetzt sind er und seine Kameraden dazu nicht mehr bereit.

Feuerwehrmann Günter Friedrich beschreibt die Stimmung in der Truppe als "katastrophal". Hintergrund: Seit 1992 wird nicht mehr befördert, 60 der 257 Feuerwehrmänner sind von dem Stopp betroffen. Die Höherstufung von Besoldungsgruppe A 7 auf A 8 würde die Stadt pro Kopf und Monat 120 Euro kosten, insgesamt also knapp 90 000 Euro im Jahr, rechnen die Feuerwehrleute vor.

Zum Beförderungsstau kommt eine geplante Änderung der Arbeitszeitverordnung: Wenn die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 41 Stunden angehoben würde, hätten die Feuerwehrmänner empfindliche Einbußen im Freizeitausgleich hinzunehmen: "Da wir in Wirklichkeit 56 Stunden pro Woche arbeiten, haben wir die Differenz bisher mit bis zu neun Freischichten pro Jahr ausgeglichen", erklärt Feuerwehrmann Michael Böcker. Mit der neuen Regelung würden bis zu sieben dieser Freischichten wegfallen.

Bei einem Gespräch mit dem innenpolitischen Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Horst Engel, kündigten die Oberhausener Kameraden an, künftig nur die vorgeschriebenen 41 Stunden zu erfüllen. In der Folge müssten zusätzliche Feuerwehrleute eingestellt werden.

Engel, Experte seiner Fraktion für die Situation der Beamten bei Polizei und Feuerwehr, versprach, den von der Landesregierung geplanten Veränderungen nicht zuzustimmen. Die Feuerwehrleute kündigten weiteren Protest in Düsseldorf an. abe


 
 
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Stand: März 2003 Version 2,6
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