"Vier Feuerwehren in NRW gründen Interessenvertretung"
25.09.2003 / LOKALAUSGABE / OBERHAUSEN
Vier Feuerwehren in NRW gründen Interessenvertretung
Die Diskussion um die Tarifstruktur bei der Feuerwehr kocht
keineswegs auf Sparflamme. Nach den Demonstrationen in Düsseldorf
Ende Juli hat sich eine Interessenvertretung der Feuerwehren
NRW gebildet - mit Oberhausener Beteiligung.
Mitglieder der Feuerwehren Solingen, Mülheim, Hemer sowie
Günter Friedrich und Michael Böcker aus Oberhausen
gehören dieser Vertretung an, die am Mittwoch einer Einladung
des Innenausschusses nach Düsseldorf folgte.
"Daran nahmen Klaus Stallmann für die CDU, Jürgen
Jentsch für die SPD, Horst Engel von der FDP und Monika
Düker von den Grünen teil. Themen waren u.a. die Besoldung
und die geplante Erhöhung der Arbeitszeit. Für uns
hieße das, statt 54 Stunden pro Woche 57,5 Stunden zu
ackern", rechnet Böcker im Gespräch mit der WAZ
vor. Die derzeitige Lebenserwartung eines Feuerwehrmanns von
rund 63 Jahren würde deutlich sinken, vermutet er.
Sollten die Verschlechterungen Realität werden, wären
die Brandschützer nicht mehr bereit, freiwillige Leistungen
zu erbringen: "Es reicht von der Taucher-Fortbildung über
Höhenrettung bis zu Krankenferntransporten. Wenn eine Stadt
oder Gemeinde qualifizierte Beamte braucht, müssen die
auch angemessen bezahlt werden", macht Böcker klar.
Oberhausen sei ein solches Beispiel. Immerhin müssten sich
die Beamten hier mit Chemie-Unfällen auskennen, es gebe
Zwischenfälle auf den Schienennetzen, dem Kanal und auf
Autobahnen, die besondere Kenntnisse erfordern.
Kritisch begleiten die Interessenvertreter die Zusammenlegung
der Wachen Solingen und Wuppertal: "Hier wäre eine
Überprüfung sinnvoll, ob dadurch die Kosten nicht
steigen, statt sinken. Hinweise darauf gibt es", so Böcker.
Alles in allem sei sein Eindruck vom Gespräch im Innenausschuss
positiv gewesen. "Solche Zusammenkünfte sollen nun
regelmäßig stattfinden. Vielleicht können wir
so ja doch etwas bewirken", hofft Böcker.
Von Astrid Knümann
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