Feuerwehr wehrt sich gegen Rotstift der Landesregierung
08.02.2005 / LOKALAUSGABE / OBERHAUSEN
Feuerwehr wehrt sich gegen Rotstift der Landesregierung
Beförderungsmisere: Motivation bei den
Floriansjüngern sinkt
Von Astrid Knümann
Mit dem "roten Hahn" nehmen sie es allemal
auf. Gegen den roten Stift der Landesregierung
setzen sie sich zur Wehr.
Die "Interessenvertretung der Feuerwehren in NRW" mit Sitz in Oberhausen informierte die Mitglieder des Petitionsausschusses
in Düsseldorf über die "Beförderungs-Misere".
"Eigentlich dürften Gemeinden mit einer Haushaltskonsolidierung gar nicht befördern. Der Innenminister hat aber nach einem zweijährigen Beförderungsstopp entschieden, dass die Städte 2,5 Prozent ihrer Beamten befördern dürfen", so Michael Böker (Interessenvertretung der NRW-Feuerwehren). Viel zu wenig, meinen
die Feuerwehrleute.
In der Praxis hieße das: Ein 23-Jähriger beginnt als Brandmeister mit etwas über 2 000 Euro monatlich brutto. Wenn die Regelung bleibt wie bisher, kann es sein, dass dieser Mann mit 60 Jahren auch als Brandmeister in den Ruhestand geht, weil er erst nach 40 Dienstjahren befördert würde. Damit lockt man niemanden aufs Feuerwehrauto.
Die Interessenvertreter sehen große Gefahren für Städte mit hohem Schuldendruck wie Oberhausen eine ist: "Leute mit qualifizierten Ausbildungen fangen doch nicht bei einer Feuerwehr an, die ihnen keine Aufstiegschancen bietet. Sie kommen erst gar nicht oder wandern ab."
Die Konsequenz schildert Böker so: "Auf Dauer sinkt der Sicherheitsstandard in den verschuldeten Städten, weil die Wehren
auf immer mehr nicht qualifiziertes Personal zurückgreifen müssen."
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