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Protest-Aktion in Remscheid


Bergische Morgenpost vom 28.08.2003
Auszug aus dem Artikel von Henning Röser:

Es brennt bei der Feuerwehr

Brodeln tut es schon lange in der Remscheider Feuerwehr, gestern nutzten 65 Feuerwehrleute einen offiziellen Termin bei Oberbürgermeister Fred Schulz, um offiziell auf Ungleichbehandlungen bei Beförderungen und drohende Probleme beim Sicherheitsstandard hinzuweisen, die sich durch eine schlechte finanzielle Ausstattung ergeben.
Es sollte ein feierlicher Moment werden. 45 Feuerwehrleute, die sich durch Überstunden und Sammelaktionen von Remscheid aus im letzten Jahr für die Flutopfer in der Partnerstadt Pirna engagiert hatten, wollte Oberbürgermeister Fred Schulz gestern mit einem Frühstück ehren.


Dazu kam es nicht. Die anwesenden 65 der insgesamt 129 Remscheider Feuerwehrleute überreichten Schulz ein Protestschreiben und verließen danach denn Sitzungssaal des Remscheider Rathauses. Für die umsonst geschmierten Brötchen hinterließen sie 100 Euro. „Wir wollen uns nicht vom OB als Vorzeige-Feuerwehr inszenieren lassen, wenn es intern riesige Probleme gibt“, begründen die Beamten, daß sie diesen ungewöhnlichen Augenblick für ihren Protest nutzen.

Die Feuerwehrleute fühlen sich sich vor allem beim Thema Beförderungen „ungleich behandelt“. Während gerade im Umfeld des OB-Referates „munter befördert werde“, warten die im Vergleich wesentlich weniger verdienenden Feuerwehr-Kollegen teilweise seit Jahren auf eine Höherstufung.....
...“Wir haben überhaupt keine Lobby im Rathaus“, sagte zudem ein Sprecher des Feuerwehrausschusses und meinte damit auch die von Baudezernent Helmut Kennepohl verantworteten Verschiebungen bei der Beschaffung von Ersatzmaterial. Es sei aus Sicherheitsgründen nicht vertretbar, mit einer „rostigen Drehleiter“ zu Rettungseinsätzen zu fahren. Auch Fahrzeuge würden aus Spargründen nur noch notdürftig geflickt...

Was bis dahin geschehen war...

Im Grunde nichts!

Zahlreiche Gespräche seitens der Amtsleitung und des Personalrates wurden kaum beachtet, die Kommunikation zwischen dem zuständigem Dezernenten und der Feuerwehr ist auf dem Tiefpunkt angekommen. Um überhaupt die Möglichkeit zu haben dem Unmut einmal Luft zu machen, wurde der Termin einer Ehrung beim zuständigen OB genutzt. Dabei wurde in einem stillen Protest ein Schreiben überreicht, in dem auf drei Kernpunkte aufmerksam gemacht worden ist:

Beförderungssituation

Beförderungsstau

Fahrzeuge und Geräte

Weiterhin wurde auf das schlechte Verhältnis zwischen Feuerwehr und Stadtverwaltung aufmerksam gemacht.

Die Antwort durch den Oberbürgermeister lies nicht lange auf sich warten. Am darauf folgenden Tag erhielt jeder Mitarbeiter der Stadtverwaltung per Email ein 7-seitiges Schreiben.

Wir haben uns nur an den OB gewandt, sowie an die Fraktionsvorsitzenden der im Stadtrat vertretenden Parteien und den zuständigen Dezernenten. Der OB hielt es allerdings für erforderlich, die Dinge aus seiner Sicht allen Mitarbeitern der Stadtverwaltung zukommen zu lassen.

Konstruktive Gespräche sind bis jetzt noch nicht zu Stande gekommen, in keinem Schreiben oder Gesprächstermin mit der Presse, wurde auch nur im geringsten auf die Leistung der Feuerwehrleute eingegangen. In dem Offenen Brief des OB an alle Mitarbeiter der Stadtverwaltung wurde eher jeder Feuerwehrmann (incl. des Amtsleiters) auf das Schärfste angegangen und Berufsethos sowie die Leistungsfähigkeit durch den Kakao gezogen.
Es bestätigt sich der Eindruck, das niemand Stellung dazu beziehen möchte, das durch die Sparmaßnahmen des Landes die Sicherheitsstandards der Städte auf der Strecke bleiben.
Vielmehr wird versucht, jede Anmerkung und jeder Hinweis auf entstehende Gefahren unter den Teppich zu kehren und Feuerwehrmänner irgendwann an der Einsatzstelle dem betroffenen Bürger erklären sollen, daß die Rettung nicht möglich war weil die Stadt es nicht für nötig hält als erstes für die Sicherheit zu sorgen.

Die Kollegen der Berufsfeuerwehr Remscheid

– Der Feuerwehrausschuss -


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Stand: März 2003 Version 2,6
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