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Protest-Aktion in Wuppertal

 

Lokalzeit Bergisch Land am 25.08.2003

Protest der Feuerwehrleute
Feuerwehrleute haben einen anstrengenden und oft auch gefährlichen Job. Sie retten Menschenleben, helfen bei schweren Unfällen und Katastrophen. Ihre Dienstzeiten sind kein bisschen familienfreundlich, sie arbeiten in Tag und Nachtschichten.
Und jetzt will der Innenminister nicht nur die Gehälter nicht erhöhen, sondern auch das Urlaubsgeld streichen und weniger Weihnachtsgeld bezahlen. Dagegen protestieren die Feuerwehrleute.



Westdeutsche Zeitung 26.08.2003

Symbolischer Protest: In zwei Kisten gaben Feuerwehrleute am Montag ihre Funkmelder an Oberbürgermeister Hans Kremendahl.

100 Funkmelder und jede Menge Wut im Bauch

Feuerwehrleute aus Wuppertal protestierten am Montag vor dem Rathaus gegen finanzielle Einschnitte und den allgemeinen Beförderungsstopp.


(Foto: Andreas Fischer)

Wuppertal. Ein Dutzend Einsatzfahrzeuge, 100 Funkmelder und jede Menge Wut im Bauch: Auf dem Rathausvorplatz in Barmen demonstrierten am Montag Wuppertaler Feuerwehrleute gegen die geplanten Kürzungen unter anderem beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

In zwei Kunststoffkisten lagen die Melder, die Oberbürgermeister Hans Kremendahl als Zeichen des Protests übergeben wurden. Mit dieser Aktion wehren sich die Wuppertaler Einsatzkräfte gegen "einseitige Sonderopfer" (die WZ berichtete).
Bis Ende des Jahres stellen die Feuerwehrleute Leistungen ein, die bislang freiwillig erbracht wurden: Dazu gehört zum Beispiel die Erreichbarkeit per Funkmelder für Sondereinsatzgruppen und zusätzliche Führungsaufgaben. Löcher im Wuppertaler Sicherheitsnetz soll es dabei allerdings nicht geben.

Von den Stufen des Rathauses aus bemühte sich Kremendahl, den Unmut zu kanalisieren. "Ich habe Verständnis für die Proteste", erklärte der Oberbürgermeister an der Seite von Ordnungsdezernent Udo Hackländer. "Die Besoldungssituation vieler Feuerwehrleute hat mit leistungsgerechter Bezahlung nichts mehr zu tun." Wiederholt habe er mit dem Landesinnenministerium und der Bezirksregierung das Gespräch gesucht. Einen der Rufmelder werde er als symbolischen Akt an Landesinnenminister Fritz Behrens schicken, die restlichen der Feuerwehr zurückgeben, denn die öffentliche Hand habe nichts zu verschenken.

Die Feuerwehrleute und Rettungssanitäter, die sich in gut 50 Metern Sicherheitsabstand aufgestellt hatten und selbst in Schutzkleidung erschienen waren, nahmen diese Worte zunächst schweigend zur Kenntnis. Als Kremendahl allerdings davon sprach, dass die Retter auch weiterhin für die Wuppertaler da seien, gab es wütende Zwischenrufe. Im Rettungsdienst liegen die Nerven blank. "Ich bin jetzt seit 14 Jahren bei der Feuerwehr", erklärte zum Beispiel Hans-Peter Rehders. Noch immer warte er auf einen Gehaltssprung.

Mit drei Kindern stoße man da schnell an seine Grenzen. "So geht das nicht weiter." Der Beförderungsstopp treffe gerade die jungen Kollegen mit Familie. "Nicht mehr hinnehmbar", fügt ein Kollege hinzu, bevor er rechnet: "Feuerwehrmann, ledig, 27 Jahre alt, 54-Stunden-Woche, 1600 Euro netto. Allerdings nur, wenn er auch im Alarmdienst arbeitet.

Dafür rettet der Mann dann Leben." Schon jetzt gebe es Probleme mit der Abwanderung von Kollegen in andere Kommunen, die besser bezahlen. Schwelm zum Beispiel.
Von Stefan Melneczuk

Mehrere Interviews in Radio Wuppertal am 25.08.

 

-Die Kollegen aus Wuppertal-


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Stand: März 2003 Version 2,6
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